Erwin Sattler Secunda Accurata – Freie Federkrafthemmung

Werdegang der hier angebotenen No. 32 von limitiert 58 Exemplaren

Dieses aussergewöhnliche Exemplar in der seltenen Variante Nussbaum massiv lieferten wir 1998 an einen unserer Kunden in Krefeld aus und bekamen nun die Gelegenheit, die Uhr zurückzukaufen.

Wir zögerten nicht eine Sekunde, denn die Secunda Accurata ist ein Stück Uhrengeschichte und die No. 32 befand sich in einwandfreiem Zustand. Trotzdem übergaben wir die Uhr zur Totalrevision mit Umbau auf glanzvernickelte Garnituren der Firma Erwin Sattler.

Gern würden wir nun mit „besser als neu“ werben, aber die Firma Sattler strebt auch in der Serie schon immer das Bestmögliche an. Somit trifft hier „neuwertig“ als Beschreibung des Erreichten den Kern der Sache.

Die letzten Exemplare dieser Uhr hatten einen Listenpreis von 72.000,- Euro. Unser Exemplar, die Secunda Accurata No. 32, bieten wir mit Garantie, Zertifikat und Montagevollservice in Deutschland zum Preis von 43.000,- Euro an.

Maße:
Höhe 145,5 cm
Breite 42,5 cm
Tiefe 31 cm

Ausführliche Beschreibung

Neuwertige Secunda Accurata 1958 – weiterentwickelte » Freie Federkraft-Hemmung « nach Prof. Ludwig Strasser
(Katalogtext des Herstellers Firma Erwin Sattler in München)

Dieses Modell verkörpert den hohen Anspruch, eine rein mechanische Präzisionssekundenpendeluhr zu schaffen, die in Zuverlässigkeit und Genauigkeit das maximal technisch Mögliche darstellt. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir jedem Detail sowohl bei der Konstruktion, als auch der anschließenden Fertigung, größte Aufmerksamkeit gewidmet. So werden sämtliche Einzelteile von Hand feinst bearbeitet, die Messingteile vergoldet, sowie die Stahlteile poliert und teilweise gebläut.

Das Modell 1958 läßt die Tradition der besten mechanischen Zeitmessinstrumente fortbestehen und repräsentiert somit den Höhepunkt des Präzisionsuhrenbaus in unserer Manufaktur. Die Konstruktion dieses komplett neu entwickelten Monatsgangwerkes, mit der Besonderheit der sichtbaren freien Federkrafthemmung, braucht den Vergleich mit den alten Vorbildern nicht zu scheuen und übertrifft diese sogar in der präzisen Herstellung durch modernste Technologien.

Seit 1996 befindet sich eine dieser Uhren in der ständigen Ausstellung der Zeitmessinstrumente im Deutschen Museum in München.

Damit eine einwandfreie Funktion des Sattler Uhrwerks Kaliber 1958 auch noch nach Jahrzehnten gewährleistet ist, bewegen sich das Räderwerk und die Hemmungsteile zur Minimierung der Reibung in Rubinen und Kleinstkugellagern.

Alle Messingteile des Uhrwerkes, wie zum Beispiel die massiven Werkplatinen, die Brücken und Kloben, die Werkpfeiler und natürlich auch die Zahnräder werden präzise gefräst, anschließend geschliffen und zum dauerhaften Schutz abschließend vergoldet. Selbstverständlich werden nur durchgehärtete, polierte Stahltriebe mit hohen Zahnzahlen verwendet.

Die freie Federkrafthemmung nach Prof. Ludwig Strasser stellt eine technische Besonderheit dar, die das Pendel so weit vom Räderwerk entkoppelt, dass dieses nahezu frei schwingt.

Die einzigartige Technik dieser Pendeluhr muss natürlich in ein entsprechend attraktives und hochwertiges Gehäuse eingebaut werden. Wir haben ein halbrund geformtes, 5 mm dickes Mineralglas in einen stabilen Metall-Holzrahmen gesetzt und mit selbst angefertigten Scharnieren und Verschlüssen an einer sehr massiven Rückwand befestigt. In der Mitte wurde eine hochglanzpolierte Nussbaum-Wurzelholzkassette eingesetzt.

Durch eine im Gehäuse umlaufende Gummidichtung ist die Uhr optimal staubgeschützt. Um Stöße beim Öffnen oder Schließen des Gehäuses auf das Uhrwerk und das Pendel zu vermeiden, sind diese vom Gehäuse entkoppelt, und getrennt auf einer stabilen Platte direkt an der Wand befestigt.

Die Luftdruckkompensation.

Um bei Schwankungen des Luftdrucks eine Änderung der Schwingungsdauer zu vermeiden, ist das Pendel zusätzlich mit einer Luftdruckkompensation ausgestattet. Bei steigendem Luftdruck würde sich die Schwingungsdauer verlängern. Mit fünf Aneroiddosen und einem exakt berechneten Auflagegewicht, das sich bei Luftdruckänderungen entsprechend nach oben oder unten bewegt, werden diese Einflüsse und somit eine Änderung der Schwingungsdauer kompensiert.

Die Funktion der freien Federkrafthemmung

Die Hemmung einer Uhr, bestehend aus Anker und Ankerrad, stellt das Bindeglied zwischen dem Räderwerk und dem Schwingsystem dar. Über die Hemmung wird dem Pendel die Energie zugeführt, die durch Reibung in der Aufhängung und den Luftwiderstand verloren geht.

Bis zur Erfindung der freien Federkrafthemmung für Pendeluhren diente der sogenannte Graham-Gang als Bindeglied zwischen Pendel und Räderwerk. Bei dieser Hemmung gehen der Anker und das Pendel über die Ankergabel eine relativ starre Verbindung ein, die aber den Nachteil hat, dass selbst geringste Schwankungen der Antriebskraft vom Räderwerk auf das Pendel übertragen werden. Diese Kraftschwankungen haben zur Folge, dass sich die Schwingungsweite des Pendels verändert und so die Schwingungsdauer geringfügig beeinflusst wird. Durch die Erfindung der »Freien Federkrafthemmung« war es nun möglich, die schon hervorragenden Gangergebnisse von Präzisionspendeluhren nochmals zu verbessern.

Dies wird in erster Linie durch die weitgehende Entkopplung des Räderwerks vom Schwingungssystem erreicht. Das Pendel hat lediglich über die Antriebsfeder Kontakt zum Anker und zum Uhrwerk. Somit ist das Pendel so weit vom Räderwerk entkoppelt, dass es nahezu frei schwingt. Die zum Aufrechterhalten der Schwingung notwendige Energie wird dem Pendel in seinem Drehpunkt durch die zwei dünnen Federstahlstreifen zugeführt, die durch das Zusammenspiel von Gangrad und Anker um einen genau definierten Winkel vorgespannt werden. So wird dem Pendel bei jeder Halbschwingung, das heißt in jeder Sekunde, exakt die gleiche Kraft zugeführt. Deswegen spricht man bei diesen Hemmungen, wie bei unserer Präzisionspendeluhr Secunda Accurata 1958, vom Antrieb mit konstanter Kraft.

-Titanhebel für Kraftübertragung
-Pendelantriebsfedern
-Hebungspalette
-Ruhepalette
-Ankerrad

Die Temperaturkompensation

Die Ganggenauigkeit einer Pendeluhr ist aber nicht ausschließlich von den mechanischen Vorraussetzungen des Uhrwerks abhängig, sondern auch von äußeren physikalischen Einflüssen. Die Schwingungsdauer des Pendels wird in erster Linie durch die Pendellänge bestimmt. Temperaturschwankungen bewirken jedoch durch die Längenausdehnung der verwendeten Materialien eine entsprechende Änderung der Pendellänge.

Der Pendelstab der Secunda Accurata 1958 besteht aus einer Eisen-Nickellegierung, dem sogenannten
»Superinvar«. Dieses zeichnet sich durch besonders geringe Längenausdehnung bei Temperaturänderungen aus.
Um diese Restausdehnung auch noch auszugleichen, ist das Pendel mit einer Temperaturkompensation
ausgestattet.

Mit dieser Uhr sind unter idealen Bedingungen Gangabweichungen von weniger als 1 Sekunde pro Monat erreichbar.

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